Pflegen

Sonnencreme DIY

Sommer-Sonne-Sonnenbrand… not! ∼

Vitamin D ist das einzige Vitamin, bei dem die Versorgung nicht vorwiegend über die Ernährung, sondern über die Sonne erfolgt: Durch direkte Sonneneinstrahlung kann der Körper selber Vitamin D herstellen. In Badebekleidung ohne Sonnenschutzmittel direkt der Sonne ausgesetzt, kann der Körper innerhalb von 15-30 Minuten selbständig Vitamin D produzieren. Dafür ist die UV-B Strahlung verantwortlich. Sie ist es aber auch, die Sonnenbrand auslösen kann. Somit: alles in Maßen! Und damit man sich davor schützen kann, kommt hier also meine Anleitung zur DIY Sonnencreme. Wer gerne wissen möchte, was er sich an so manchen Sommertagen mehrmals täglich auf die Haut schmiert, wird hiermit seine Freude haben.

Es gibt einige pflanzliche Öle, die von Haus aus einen geringen Lichtschutzfaktor (LSF) besitzen. Sie schützen zwar vor der rötenden UVB-Strahlung, jedoch nicht vor der UVA-Strahlung, die tiefer in die Haut eindringen kann, die Haut altern lässt und Hautkrebs verursachen kann.

Hier einige Öle mit ihren LSF’s im Überblick:

  • Mandelöl: Lichtschutzfaktor 5
  • Kokosöl: Lichtschutzfaktor 4-6
  • Sheabutter: Lichtschutzfaktor 4-6
  • Sesambutter: Lichtschutzfaktor 4
  • Himbeersamenöl: Lichtschutzfaktor 25-50 (LSF 28-50 gegenüber UVB-, LSF 8 gegenüber UVA-Strahlen)
  • Karottensamenöl: Lichtschutzfaktor 35-40
  • Jojobaöl, Sonnenblumenöl und Sesamöl: Werden leicht von der Haut absorbiert und liefern etwas natürlichen Sonnenschutz.

Bei der selbst gemachten Sonnencreme greifen wir daher zusätzlich zu dem geringen LSF der Öle auf einen Lichtschutzfaktor mittels mineralischem Filter zurück – und zwar: Zinkoxid. Die Bestandteile des Zinkoxides verteilen sich auf der obersten Hautschicht und verstreuen und absorbieren die UVA- und UVB Strahlen der Sonne, wodurch untere Hautschichten geschützt werden. Zinkoxid enthält zwar Nanopartikel, aber das ist nicht per se bedenklich. Beim Kauf bitte unbedingt darauf achten, dass die Partikel nichtkleiner als 100nm sind (=non nano!), damit sie die Haut nicht durchdringen können und an der Hautoberfläche bleiben, um Schutz zu gewähren.

Die Dosierung des Zinkoxides richtet sich nach der Menge der hergestellten Creme. Als Grundregel gilt: Will man einen LSF von 10 erreichen, so gibt man ca. 10% Zinkoxid dazu (Bsp: hergestellte Creme beträgt 60g, gewünschter LSF beträgt 10, so werden etwa 6 Gramm Zinkoxid hinzugefügt).

Hier die Übersicht:

LSF 2-5: 5% Zinkoxid

LSF 6-11: 10% Zinkoxid

LSF: 12-19: 15% Zinkoxid

Für LSF 20 und höher: 20% Zinkoxid

Auf diese Art und Weise können auch andere selbst hergestellte Cremes oder Lotions mit einem Lichtschutzfaktor versehen werden. Allerdings: mehr als 20% Zinkoxid sollte nicht verwendet werden, da die Creme ansonsten nicht mehr gut auftragbar ist.

Zusätzlich geben wir in die selbstgemachte Sonnencreme auch noch Karottenöl, denn es fördert durch das enthaltene Karotin das Zellwachstum und stärkt so eine glatte Haut, außerdem enthält es Vitamin A und wirkt dadurch antioxidativ. Durch die Carotinoide kann ein Lichtschutzfaktor von 1-3 erreicht werden.

Es ist ganz leicht selbst herzustellen. Allerdings benötigt man ca. 3 Wochen Zeit, bis die Wirkstoffe von der Karotte ins Öl übergegangen sind. Dafür einfach 1 Bio-Karotte raspeln, in ein verschließbares keimfreies Gefäß geben und mit 150-200ml kaltgepresstem Pflanzenöl (z.B. Sesamöl, Jojobaöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl) übergießen. An einen warmen Ort stellen, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und immer wieder schütteln. Es ist ganz wichtig, dass keine Pflanzenteile aus dem Öl herausragen, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Falls sich am Deckel des Gefäßes Kondensat bildet, einfach mit einem sauberen Tuch abwischen. Nach 3-5 Wochen abseihen und lichtgeschützt aufbewahren oder gleich weiter verarbeiten.

Wer nicht so lange warten möchte, kann den Karotten-Auszug auch im Topf machen – dafür 50 ml Sesamöl und eine geraspelte Karotte in einem Gefäß erwärmen (im Wasserbad), bis sich das Öl orange färbt und die Karotten weich sind. Das Öl durch ein Baumwoll- oder Leinentuch abseihen und kalt stellen.

Weiters geben wir in die selbstgemachte Sonnencreme:

  • Kokosöl mit natürlichem LSF von 7, das die Haut auch gleichzeitig vor Bakterien, Pilzen und bis zu einem gewissen Grad auch vor Zecken schützt

  • Sheabutter/Kakaobutter mit natürlichem LSF von 4

  • Jojobaöl pflegt und nährt die Haut, ihr könnt das selbst gemachte Karottenöl auch gleich direkt in Jojobaöl ansetzen

  • Aloe Vera pflegt, verleiht Feuchtigkeit, lindert

  • Ätherische Öle verleihen der Sonnencreme einen guten Duft. Außerdem kann die Zugabe von ätherischen Ölen den Sonnenschutz zusätzlich noch leicht unterstützen. So liefert Eukalyptusöl einen LSF von 2,5 und Lavendelöl einen LSF von 5,5. Doch sind die zugegebenen Mengen der ätherischen Öle natürlich sehr gering, weshalb auch die Wirkung nicht überragend ist. Lavendelöl beruhigt zusätzlich auch die Haut und fördert deren Reparatur, Minzöl kühlt. Plus: die ätherischen Öle helfen auch, Insekten fern zu halten. Achtung bei ätherischen Zitrusölen – sie sollen auf keinen Fall in der selbstgemachten Sonnencreme landen, denn sie können die Haut lichtempfindlicher machen!

Optional:

  • Vitamin-E-Öl nährt die Haut, schenkt ihr ebenfalls Feuchtigkeit und schützt sie vor freien Radikalen. Gleichzeitig wirkt Vitamin E als natürliches Konservierungsmittel.

Hier also nochmal alles zusammengefasst inkl. Mengenangaben:

  • 30 g Kokosöl
  • 24 g Sheabutter oder Kakaobutter
  • 3 g Jojobaöl, Sonnenblumen- oder Sesamöl oder am Besten gleich selbst gemachtes Karottenöl
  • optional 3 g Vitamin-E-Öl oder Weizenkeimöl oder Leinöl oder – ich habe hier stattdessen Aloe Vera Gel verwendet.
  • 30 Tropfen ätherische Öle (100 %), z. B. 15 Tropfen Lavendelöl und 15 Tropfen Eukalyptusöl oder auch nur 10 Tropfen Eukalyptusöl und dazu noch 5 Tropfen Minzöl;
  • Zinkoxid-Pulver je nach gewünschtem LSF, hier: 20g Sofitix-P-Breitband (=Gemisch aus Zinkoxid & Titandioxid)
  • Mund-Nasen-Schutz (Staubmaske) aus dem Baumarkt

So geht’s:

Kokosöl und Kakaobutter ins warme Wasserbad geben & gemeinsam langsam schmelzen. Danach Temperatur reduzieren und selbstgemachtes Karottenöl dazu geben. Leicht abkühlen lassen, die Staubmaske anlagen (um den Staub nicht einzuatmen) und das Zinkoxid vorsichtig mit einem Schneebesen untermengen. Danach das Aloe vera Gel hinzufügen. Zum Schluss die ätherischen Öle dazu geben und nochmals gut verrühren. In dunkle Gläser abfüllen und kühl und dunkel lagern – so hält die Sonnencreme in etwa 6 Monate bis zu einem Jahr. Wenn sie Hitze ausgesetzt wird, sollte sie zwischendruch trotzdem immer wieder kühl gestellt werden.

Die Sonnencreme genau wie herkömmliche Sonnencremes verwenden – mehrmals täglich großzügig auftragen, wenn ihr zwischendurch ins Wasser geht oder stark geschwitzt habt, den Schutz erneuern.

  

Dann noch viel Spaß beim Sonnenbaden! Natürlich ist ein großer Hut und Schatten immer noch das beste Rezept, um gut durch den Sommer zu kommen!

Achtung:
Wer auf ätherische Öle allergisch reagiert oder empfindliche Atemwege hat, sollte vorsichtig damit umgehen und unbedingt vorher austesten, ob man sie verträgt. Für Kleinkinder ist die Verwendung von ätherischen Ölen zu stark! Auch Schwangere, Epileptiker und Asthmatiker, Menschen mit Blutdruck-Problemen und empfindlicher Haut sollten sehr vorsichtig bei der Verwendung von ätherischen Ölen vorgehen!

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